Liebe Waldorferinnen und Waldorfer,
liebe Jugendliche, liebe Kinder
In unseren Wohnzimmern, in unserer Kirche, an unserem Ehrenmal und vor einigen Häusern unseres Ortes erstrahlen heute Christbäume, und die Weihnachtskrippen, diees in vielen Häusern gibt, erinnern uns an die biblische Geschichte von dem heiligen Paar, das in einem Stall unterschlüpfen musste, weil es fern seiner Heimat war.Einige von uns konnten dieses Geschehen bereits in der sehr bemerkenswerten und eindrucksvollen Weihnachtsaufführung in unserer Pfarrkirche am vergangen Samstag miterleben.
Die Unsicherheit, in der sich diese Familie befand, verstehen wir heute vielleicht besser als manche früheren Generationen. Die Älteren unseres Ortes haben erlebt, was Vertreibung und Heimatlosigkeit bedeutet, die Jüngeren erfahren fast täglich was Finanzkrisen, Arbeitslosigkeit und fehlenden Perspektiven verursachen können. Und letzten Endes sind wir alle betroffen von den Veränderungen, die neue politische und gesellschaftliche Probleme, neue technische Entwicklungen, Globalisierungsvorgänge und anderes mehr mit sich bringen. Wer von uns weiß eigentlich noch, was das alles für ihn, für seine Kinder und Enkel bedeutet? Wir sollten daher darüber nachdenken generationenübergreifend, wieder mehr miteinander zu reden – Alt wie Jung – denn nicht nur die Jungen können von den Älteren lernen, sondern die Älteren können, gerade in unserer sich technisch so rasant schnell entwickelnden Zeit, von der Jungend profitieren. Sich gegenseitig stützen und unterstützen sind die Grundpfeiler eines harmonischen und zufriedenen Zusammenlebens. Das fängt im Kleinen an, mit einem Lächeln oder einer ausgestreckten Hand, ja schon mit dem Unterlassen einer der üblich gewordenen Bedenkenlosigkeiten – z. B. am Arbeitsplatz, beim Einkauf, im Straßenverkehr. Oder wenn wir manchmal mit unserer Sprache sorgfältiger und menschlicher umgingen, als wir es gelegentlich tun. Wie leicht fällt es uns beispielsweise, andere kurzerhand zu verletzen oder zu verurteilen, nur weil wir vielleicht unbedacht Reden oder zum Übertreiben neigen? Und seien wir ehrlich: Das passiert nicht nur den so oft gescholtenen Politikern, sondern es unterläuft uns allen, in der Familie, im Beruf, am Stammtisch, in Vereinsversammlungen, im täglichen Gespräch. Auch hier kann Mitmenschlichkeit helfen, und hier kommt es besonders auf den Einzelnen an. Wir sollten den respektvollen Umgang miteinander pflegen und dadurch ein friedvolles Miteinander erhalten. Ich wünsche uns allen den Mut, trotz allem vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen. Unsere Vorfahren haben diesen Mut gehabt, und es wäre schlimm, wenn wir, mit unseren großen Möglichkeiten, ihn nicht mehr aufbrächten. Es gibt auch vieles, was Halt verspricht. Ich denke da an die vielen Zeichen des Gemeinwohls, das ich hier in unserem Ort noch sehe und was nicht selbstverständlich ist. Ich denke an Menschen, die Hilfsbedürftige sei es Eltern, Ehepartner Kinder, Freunde oder Bekannte nicht im Stich lassen; an die Ehepartner, die die Arbeitslosigkeit ihres Mannes oder ihrer Frau mittragen. Ich denke an die, die sich für ihre Arbeitskollegen oder Mitschüler, für Vereinskameraden und ganz besonders für unser Dorf uneigennützig einsetzen, sei es durch die Gestaltung von Seniorennachmittagen, durch die Pflege unseres örtlichen Brauchtums oder durch Arbeitseinsätze bei Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen. In den Schlagzeilen tauchen solche Menschen oder Gruppierungen nur selten auf. Aber es sind gerade sie, ohne die es hier bei uns viel kälter wäre.
Wir haben im vergangen Jahr in unserm Ort manches erreicht. So wurde, um nur einiges hervorzuheben, z. B. durch unseren neuen, jungen Vorstand der KG der Saalkarneval wieder aufgenommen, unser Hofladen konnte sich – dank der regen Nutzung durch unsere Bürgerinnen und Bürger – vergrößern und die Kreissparkasse hat in unserer Bäckerei eine Zahlstelle eingerichtet. Dem Einsatz unserer Feuerwehrkameraden ist es zu verdanken, dass der in die Jahre geratene „Anton“ durch den jüngeren „Tünn“ ersetzt werden konnte. Wir sind also auf gutem Weg und ich hoffe von Herzen, dass es friedvoll so weitergeht. Denn: "Frieden auf Erden", das ist nicht nur die Pflicht, die uns das Weihnachtsfest auferlegt, sondern es ist auch die Verheißung, die es uns zuspricht. Wir müssen uns nur darum bemühen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch allen liebe Waldorferinnen und Waldorfer, liebe Jugendliche und liebe Kinder auch im Namen meiner Familie und der Gemeinderatsmitglieder ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, ein paar Tage Besinnung und dem Miteinander in der Familie und ein gutes, hoffnungsvolles aber vor allem gesundes neues Jahr 2012!
Ihr/Euer
Hans Dieter Felten
Ortsbürgermeister



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